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Sep 11, 2015
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Hüftgelenksdysplasie beim Hund

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Bei der Hüftgelenksdysplasie des Hundes (HD) sind ein oder beide Hüftgelenke des Tieres fehlgebildet. Im Grunde können alle Rassen und Mischlinge davon betroffen sein, obwohl große, schwere Tiere deutlich häufiger erkranken bzw. mehr darunter zu leiden haben.

Über die Ursachen der HD wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Man nimmt aber an, dass Vererbung und Ernährung, aber auch bestimmte einseitige Überlastungen und falsche Haltung beim Ausbruch der Erkrankung eine Rolle spielen.

Symptome der Hüftgelenksdysplasie beim Hund

Den Besitzern fällt meist zuerst auf, dass die betroffenen Tiere Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Treppensteigen haben. Sprungübungen im Hundesport können zum Problem werden. Bei stärkeren Formen ist der Gang unsicher und schwankend, manchmal auch hoppelnd. Die erkrankten Hunde haben leichte bis sehr starke Schmerzen, da in ihrem Hüftgelenk krankhafte Umnauprozesse (Coxarthrose) stattfinden. Früher oder später führt das zu Bewegungseinschränkungen.

Diagnose der Hüftgelenksdysplasie

Durch eine Röntgenuntersuchung können Experten feststellen, ob ein Hund erkrankt ist. Die Untersuchung ist nur bei spezialisierten Tierärzten möglich. Zur Beurteilung werden verschiedene Schweregrade herangezogen:

Offizielle Einteilung der HD-Schweregrade

A HD-Frei In jeder Hinsicht unauffällige Gelenke, Norberg-Winkel 105° oder mehr. Manchmal noch A1 wenn der Pfannenrand den Oberschenkelknochen noch weiter umgreift.
B HD-Verdacht Schenkelkopf oder Pfannendach sind leicht ungleichmäßig und der Norberg-Winkel beträgt 105° (oder mehr), oder Norberg-Winkel kleiner als 105° aber gleichförmiger Schenkelkopf und Pfannendach.
C Leichte HD Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne sind ungleichmäßig, Norberg-Winkel 100° oder kleiner. Eventuell leichte arthrotische Veränderungen.
D Mittlere HD Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne sind deutlich ungleichmäßig mit Teilverrenkungen. Norberg-Winkel größer 90°. Es kommt zu arthrotischen Veränderungen und/oder Veränderungen des Pfannenrandes.
E Schwere HD Auffällige Veränderungen an den Hüftgelenken (beispielsweise Teilverrenkungen), Norberg-Winkel unter 90°, der Pfannenrand ist deutlich abgeflacht. Es kommt zu verschiedenen arthrotischen Veränderungen.

Teilweise verwendet man bei den Graden A-D noch Unterteilungen in A1 und A2, B1 und B2, C1 und C2 sowie D1 und D2.

Wie kann man einem Hund mit HD helfen?

HD ist eine schmerzhafte Erkrankung, die dem Hund viel Leid verursachen kann. Der Besitzer des Tieres ist deshalb in der Pflicht, seinem Tier bestmöglich zu helfen.

Hundehalter achten am besten darauf, dass ihr HD-befallenes Tier möglichst wenig stauchende Bewegungen ausübt. Treppen sollten nur bei Notwendigkeit bestiegen werden, Sprünge beim Hundesport sind ebenfalls kontraproduktiv. Falls der Hund häufiger mit dem Auto mitfährt, hebt man kleine Tiere grundsätzlich auf ihren Platz und setzt sie auch wieder heraus. Für große, schwere Hunden bietet sich die Verwendung einer Hunderampe für das Auto an. Spaziergänge sind auf weichem Untergund gelenkschonender als auf Asphalt. Um die Gelenke nicht zusätzlich zu belasten, sollte ein erkrankter Hund niemals Übergewicht haben.

Bei leichter Hüftgelenksdysplasie kann ein gezieltes Muskelaufbautrainig Erleichterung bringen und das Fortschreiten der Erkrankung möglicherweise verlangsamen. Dafür kommen Schwimmen, Wasserlaufen, aber auch ein gleichmäßiges Lauftraining infrage. Das Trainingsprogramm sollte man keinesfalls allein ansetzen, sondern mit einem diesbezüglich erfahrenen Tierarzt oder Tierphysiotherapeuten absprechen.

Manche Hundehalter und Züchter haben beobachtet, dass sich die Umstellung auf eine Fütterung mit rohem Fleisch, Gemüse und einigen Futterergänzungen positiv auswirkte. Das wird natürlich auch davon abhängen, wie das vorher gegebene Fertigfutter beschaffen war.

Die Fütterung von Nahrungsergänzungsmitteln wie

  • Grünlippmuschelextrakt (Glukosaminglykane),
  • Boswellia (Weihrauch),
  • Teufelskralle,
  • Kurkuma,
  • Gelatine oder/und
  • Hyaluronsäure

hat sich sowohl bei selbst zubereitetem Futter, als auch bei Fertigfutter vielfach bewährt. Deren Wirkung im Gelenk ist unterschiedlich, sodass man unter Umständen auch zwei oder drei Mittel parallel testen kann.

Bei mittleren und schweren HD-Fällen ist dennoch meist eine spezielle Schmerztherapie nötig. Viele Hunde leiden allerdings nach längerer Einnahme der starken Medikamente unter erheblichen Nebenwirkungen. Früher oder später wird man über eine Operation des Hüftgelenks nachdenken müssen.

Es gibt verschiedene Operationsmethoden. Eine besteht darin, die schmerzleitenden Nerven zu durchtrennen. Die Hunde spüren schnell Erleichterung, belasten sich in der Folge aber auch wieder (zu) stark. Die Arthrosegefahr ist dadurch ebenfalls nicht gebannt. Daher wählen viele Tierärzte andere Formen der Operation: Beim Fortschreiten der Erkrankung kann man durch die Entfernung des Hüftgelenks mit oder ohne das Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks mehr Lebensqualität für das Tier erreichen.

Es gibt auch positive Berichte über die Behandlung mit Physiotherapie, Goldstiften und Stammzellen. Vor- und Nachteile sollten mit dem behandelnden Tierarzt ausführlich besprochen werden.

Zuchtprogramme gegen die Hüftgelenksdysplasie beim Hund

Um die Ausbreitung der HD auf genetischem Weg zu vermeiden, spielen die Zuchtprogramme der Hundeklubs eine große Rolle. Dabei werden zunächst möglichst viele Tiere einer Rasse und generell alle für die Zucht vorgesehen Rassevertreter auf HD geröntgt. Um eine gute Vergleichbarkeit zu gewährleisten, übernimmt ein zentraler Gutachter die Auswertung der Röntgenbilder. Jeder Rasse ist dafür einer speziellen HD-Zentrale zugeordnet. Der zuständige Hundeklub legt nach der Sichtung der Ergebnisse in seinen Zuchtstatuten fest, mit welchem HD-Grad in einer Rasse noch gezüchtet werden darf. Dabei ist Augenmaß gefragt. Es wäre wenig sinnvoll, Hunde mit einem HD-Grenzfall für die Zucht zu sperren, wenn die Rassepopulation sehr klein ist und dadurch genetisch zu stark verarmen würde. An Rassen mit sehr großer Population und ausreichender genetischer Varianz sollte man dafür härtete Maßstäbe anlegen. In jedem Fall müssen die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes umgesetzt werden, welches vielen Tierschutzorganisationen aber noch nicht weit genug geht.

Weitere Informationen über die Hüftgelenksdysplasie beim Hund finden Sie auf:

http://www.grsk.org/informationen-fuer-tierbesitzer-zuechter/was-ist-hd

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Foto: Hüftgelenksdysplasie beim Hund: Anwendung des Norberg-Winkels zur Ausmessung des Schweregrades © Kalumed, Wikipedia, This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

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Gesundheit
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