Viele hundefreundliche Ferienhäuser an der Ostsee
Mrz 2, 2016
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Kampf gegen den illegalen Welpenhandel

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Hundewelpen sind für skrupellose Vermehrer ein großes Geschäft, weshalb der illegale Welpenhandel blüht. Aufklärung kann dabei helfen, den Tieren viel Leid und den Käufern Sorgen und Kosten zu ersparen.

Speziell im Internet bieten Hundehändler massenhaft Welpen an, die angeblich aus guter Aufzucht mit familiärer Prägung stammen. Neben geschickt formulierten Verkaufstexten werden entzückende Bilder veröffentlicht, auf denen süße Welpen mit großen Kulleraugen zum Kauf animieren. Doch die Realität sieht meist ganz anders aus. Die Billigwelpen werden in Ländern wie Tschechien, Polen, Ungarn oder Rumänien in großen Mengen gezielt für den westeuropäischen Markt produziert. Auch in Westeuropa gibt es solche Massenvermehrer. Da eine vorbildliche Aufzucht von Hunden eine Menge Zeit und Geld kostet, trennt man die Welpen viel zu früh von ihrer Mutter, um sich diese Kosten zu ersparen. Das führt schon in der frühsten Kindheitsphase, die für die soziale Prägung der Welpen so wichtig ist, zu körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen der Kleinen, welche sich oft auch später nicht mehr „auswachsen“.

In den Massenhaltungen herrschen katastrophale Zustände. Keller, Scheunen und heruntergekommene Zwinger sind das Einzige, was die ausgebeuteten Muttertiere über Jahre zu sehen bekommen. Manche erblicken Ihr ganzes Leben lang kein Tageslicht, dürfen nie über eine Wiese tollen, von Spaziergängen oder einer freundlichen menschlichen Ansprache ganz zu schweigen. Die armen Hündinnen werden geboren, um sich zu vermehren. Sie produzieren pausenlos Welpen, bis die ausgemergelten Tiere als unbrauchbar entsorgt werden. Enge Inzucht- und Inzestzucht sind aus Kostengründen in Massenzuchten weit verbreitet. Von planmäßiger Zucht kann keine Rede sein. Die Nachkommen müssen mit den Folgen genetisch bedingter Erkrankungen leben. Auch Infektionskrankheiten können sich unter solchen Verhältnissen in Windeseile ausbreiten. An Impfungen und Prophylaxe gegen Würmer und äußere Parasiten wird generell gespart.

Unter all diesen Umständen ist es kein Wunder, dass die ohnehin zu jungen Hundekinder geschwächt, verwurmt und mit schweren Krankheiten infiziert in Deutschland ankommen. Der Weg ist lang und beschwerlich, denn die Welpen werden in Kisten und Gitterkäfige gestopft, um dann in Transportern durch ganz Europa gekarrt zu werden. Viele überleben diese Strapazen nicht. Andere erkranken später schwer, und das Leben in ihren neuen Familien beginnt mit vielen Sorgen.

10 Warnzeichen: Daran erkennt man Angebote aus dem illegalen Welpenhandel und unseriöse Züchter

Das Internet ist heute der große Markplatz für Welpen. Dort tummeln sich seriöse Züchter genauso wie zahlreiche unseriöse Vermehrer. Deshalb nun das Internet als Möglichkeit zu Welpensuche zu verdammen, wäre Unsinn. Manchmal ist es für Laien aber schwer, die guten von den gefährlichen Angeboten zu unterscheiden. Andere geizen an der falschen Stelle. Achten Sie deshalb genau auf folgende Warnzeichen, um sich eine mögliche Enttäuschung zu ersparen und Tierquälerei nicht zu unterstützen.

1. Der Preis ist zu niedrig

Der zeitliche und finanzielle Aufwand für eine seriöse Hundezucht ist sehr hoch. Bevor zum Beispiel ein Welpe mit VDH-Papieren verkauft wird, hat der Züchter schon einen Marathon an Ausstellungen, Zucht- und Gesundheitsprüfungen, möglicherweise sogar Gentests mit seiner Mutterhündin absolviert. Er musste auch viel in Räumlichkeiten, Ausstattung und Weiterbildung investieren, um überhaupt einen Wurf aufziehen zu dürfen. Die Verpaarung und die Aufzucht des Wurfes schlagen noch einmal kräftig zu Buche. Deshalb liegt der Preis für einen Welpen aus verantwortungsvoller Zucht je nach Rasse zwischen 800 und über 2000 Euro. Wenn Welpen der gleichen Rasse plötzlich für 350 Euro angeboten werden, sollten die Interessenten Verdacht schöpfen. Solche Sparpreise vereinbaren sich nicht mit verantwortungsvoller Zucht. Ausführlichere Informationen gibt es auf http://www.zuechter.info/tiere-stammbaum.html

Meiden Sie Billigangebote! Sie sparen dadurch nichts, da die Folgekosten für Tierarztbehandlungen und Tierpsychologen in ungeahnte Höhen schießen können. Aber bitte aufpassen, inzwischen verlangen skupellose Hundehändler für besonders gefragte Rassen auch höhere Preise.

2. Der Anbieter bietet mehrere Rassen und viele Welpen an

Für den einzelnen Welpen spielt es keine große Rolle, ob er aus einer Massenzucht mit vielen verschiedenen Rassen stammt oder von einem Großzüchter, der 50 Tiere einer “Moderasse” hält und regelmäßig vermehrt. In beiden Fällen entstehen schlecht geprägte und kränkelnde Welpen. Da es um Vermehrung und nicht um bessere Zuchtergebnisse geht, fehlen Hygiene und Gesundheitsvorsorge mit schlimmen Folgen für die ausgebeuteten Tiere.

Früher boten Hundehändler zig verschiedene Rassen in einem einzigen Zeitungsinserat an. Heute gehen sie cleverer vor und erstellen für jede Rasse ein individuelles Zeitungs- oder Internetinserat mit einladenden Formulierungen und ansprechenden Fotos. Teilweise werden sogar verschiedene Telefonnummern verwendet und Tarnadressen in Deutschland angegeben, um nicht als Händler aufzufallen. Doch gerade bei Internet-Anzeigen ist es möglich, ihnen auf die Schliche zu kommen. Klicken Sie in den Anzeigenportalen einfach auf den Benutzernamen des Anbieters. Oft ist dort ein Link hinterlegt, welcher zu weiteren Angeboten des gleichen Inserenten führt. So kann man schnell prüfen, wie familiär die angepriesene Aufzucht wirklich ist. Natürlich können die Hundehändler auch verschiedene Accounts erstellen. Dennoch ist das ein erster guter Schritt. Man kann auch nach alten Inseraten unter gleicher Adresse forschen, da diese manchmal relativ lange online sind.

Falls Sie über eine Inserat auf einen Züchter gestoßen sind, recherchieren Sie unbedingt, ob es ein oder mehrere Webseiten für seine Hunde gibt. Auch das kann sehr aufschlussreich sein.

Kaufen Sie keinen Welpen von einem Massenvermehrer!

3. Die Welpen stammen aus dem Ausland

Natürlich gibt es auch im Ausland viele seriöse FCI-Züchter. Dennoch sollte man besonders aufpassen, keinem Angebot aus dem illegalen Welpenhandel auf den Leim zu gehen. Ein vernünftiger Züchter möchte auch nach dem Kauf Kontakt zu seinen Welpenkäufern pflegen. Das ist über Grenzen hinweg ziemlich schwierig. Warum also verkauft er sie nicht bei sich vor Ort? Gut, vielleicht ist Deutschland der bessere „Absatzmarkt“. Aber angenommen, Sie finden nach Hunderten Kilometern Anreise beim Züchter schlimme Aufzuchtverhältnisse vor? Sind Sie stark genug, um den traurigen Welpenaugen zu widerstehen? Oder tätigen Sie einen Mitleidskauf, den Sie später schwer bereuen?

4. Die Mutterhündin ist nicht zu sehen

Es gibt die fantasievollsten Ausreden, um eine Mutterhündin nicht vorzeigen zu müssen:

  • Sie ist krank.
  • Sie ist gestorben. (Kann in schlimmen Fällen passieren, aber dann gibt es sicher eine tierärztliche Bestätigung für den Züchter).
  • Der Verkäufer hilft nur seinem Freund, die Welpen zu verkaufen, weil der gerade krank ist.
  • Die Mutter möchte ihre Welpen nicht mehr sehen.

In aller Regel ist es so, dass Welpen ohne Mutterhündin aus dem illegalen Welpenhandel stammen und von ihrer Mutter frühzeitig getrennt wurden. Teilweise stellen die Händler auch andere Hündinnen als Muttertier vor. Doch wie kann man das erkennen? Die Mutterhündin eines Wurfes wendet sich immer in irgendeiner Form ihrem Nachwuchs zu, das kann spielerisch oder erzieherisch streng sein. Eine Hündin, die keinerlei Interesse an den Welpen hat und die Kleinen auch nicht säugen lässt, ist nicht die Mutterhündin dieses Wurfes.

Bekommen Sie die Mutterhündin nicht zu sehen, ist das sehr dubios – nicht kaufen!

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Hundefreundliche Ferienwohnungen in Holland

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