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Mai 15, 2021
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Friedrich der Große und seine Hunde

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Von König Friedrich II. (1712 – 1786) und seinen Hunden sind viele Anekdoten überliefert. Doch kaum etwas kann seine Liebe zu den Tieren besser ausdrücken als folgendes Zitat:

Hunde haben alle guten Eigenschaften des Menschen, ohne gleichzeitig seine Fehler zu besitzen.

Woher rührte die Hundeliebe des großen Königs?

Während er in seiner Jugend noch einen Anti-Machiavell verfasste, um die Menschlichkeit zu verteidigen, entwickelte sich Friedrich der Große später mehr und mehr zu einem menschenverachtenden Zyniker. Der preußische König zog sich vor allem im Alter zunehmend von den Menschen zurück, umgab sich nur noch mit wenigen Vertrauten und natürlich seinen geliebten Hunden, deren Treue er sehr schätzte.

Vermutlich spielten die überharten, teilweise grausamen Disziplinierungsmethoden seines Vaters eine große Rolle für die spätere Beziehungsfähigkeit Friedrichs. Doch sicher nicht allein. Erstaunlicherweise wurde Friedrich II. nämlich nach dessen Tod noch zu einem großen Feldherren mit Machtanspruch. Der erste Diener seines Staates verlangte viel von sich selbst und von seinen Untertanen. Um jeden Preis brachte er sein Land voran, ungeachtet der menschlichen Opfer, die das oft erforderte. Doch nicht nur auf dem Schlachtfeld, auch als Staatslenker bewies der vielseitig begabte König sein Geschick. „Friedrich der Große“ nannten ihn seine Zeitgenossen voller Hochachtung. Der ehrfürchtige Titel ist ihm geblieben, ebenso die Faszination, die der widersprüchliche Charakter bis heute unter den Menschen auslöst. Ein Mann des Erfolges, der Deutschland in den Schlachten der Schlesischen Kriege wieder unter die europäischen Großmächte führte, aber oft auch sehr einsam schien.

Friedrich der Große und seine Windspiele

Über Friedrich und die Liebe ist viel spekuliert worden. Während man nur wenig Licht ins Dunkel seiner menschlichen Liebesbeziehungen bringen konnte, steht fest, dass er seine Hunde zeitlebens abgöttisch liebte. Dabei fiel seine Wahl auf Italienische Windspiele. Diese eleganten Geschöpfe wirken zart und sensibel, sind andererseits aber auch zäh und selbstbewusst. Vor allem schätzte er ihre gute Auffassungsgabe und hohe Intelligenz. Immer leisteten ihm ein oder mehrere Vertreter dieser Rasse Gesellschaft. Sein Lieblingshund durfte oft sogar mit in sein Bett.

Die Hunde führten im Schloss ein paradiesisches Leben. Sie bewegten sich frei in allen Räumlichkeiten und konnten immer mit einem Leckerbissen rechnen, wenn ihr Herr wieder einmal opulent speiste. Selbst in der Gesellschaft seiner berühmten Tafelrunde war meist ein Hund zugegen. Für seine vierbeinigen Favoriten gab es Bälle zum Spielen und selbst die Sessel waren zum Schlafen nicht tabu. Ging er bei kaltem Wetter im Park spazieren, nahm er oft einen der frierenden Vierbeiner schützend an seine Brust. Mitunter begleiteten sie ihn sogar auf Reisen, zu Manövern und Schlachten.

Einmal hielt Friedrich ein Manöver ab, an dem seine Lieblingshündin Alcmène wegen einer Erkrankung nicht teilnehmen konnte. Unglücklicherweise starb das Tier während dieser Zeit. Sofort kehrte er nach Potsdam zurück. Dort musste die Hündin sogar exhumiert werden, damit er sich in tiefer Trauer von ihr verabschieden konnte.

Besonders ans Herz gewachsen war ihm auch die Hündin Biche, ein Geschenk seines Vertrauten  Friedrich Rudolf von Rothenburg. Später bezog er die Windspiele aus einer Potsdamer Pflanzschule, wo stets mit 40 bis 80 Hunden gezüchtet wurde, um die sich zwei Jäger kümmerten.

„Die Tafelrunde in Sanssouci“ von Adolph Menzel. Im Vordergrund sieht man ein Windspiel des Preußenkönigs.

„Die Tafelrunde in Sanssouci“ von Adolph Menzel. Im Vordergrund sieht man ein Windspiel des Preußenkönigs.

Biche begleitete Friedrich II. auch während der Schlacht von Soor in Böhmen. Dort nahm das Unglück seinen Lauf. Ein feindlicher Panduren-Corps des Generals Franz Leopold von Nádasdy überfiel das preußische Lager und konnte neben der Kriegskasse auch den Gepäcktross mitsamt Biche erbeuten. Der General schenkte die Hündin seiner Frau, die sich an dem Tier sehr erfreute. Doch damit war noch nicht das letzte Wort gesprochen. Nach Verhandlungen wurde Biche schließlich an die Preußen zurückgegeben. Der Alte Fritz konnte beim Wiedersehen mit seiner Lieblingshündin die Tränen nicht zurückhalten.

Als er später einmal in Breslau feindliches Gelände erkundete, wurde er mit Biche von einem österreichischer Reitertrupp überrascht. Der König konnte sich mitsamt des Tieres im letzten Augenblick unter eine Brücke retten. Obwohl das Pferdegetrappel viel Lärm machte, blieb die Hündin ganz ruhig und verriet ihren Herren nicht.

Die treue und hochintelligente Biche wurde natürlich bei Tisch geduldet. Die Hundeliebe ging so weit, dass die Diener das Tier siezen mussten. Der Hofmaler Antoine Pesne hat sie in seinem Bild „Das Bad der Diana“ zusammen mit mythologischen Gestalten im Konzertzimmer von Sanssouci verewigt.

Als sie 1752 in Sanssouci starb, traf das den König so stark wie der Tod eines Freundes. Er schrieb seiner Schwester Wilhelmine: „Ich war beschämt, dass der Tod eines Hundes mir so nahe geht.“ Die Hündin wurde in einem Sarg auf der Schlossterrasse von Schloss Sanssouci beigesetzt. Zehn weitere Windhunde sollten ihr dorthin folgen. Der Preußenkönig hatte schon damals eine Gruft für sich neben den Gräbern der Hunde errichten lassen. An seinem 205. Todestag, am 17. August 1991, fand er dort neben Biche, Alcmène, Thisbe, Hasenfuß, Superbe und all den anderen geliebten Hunden seine letzte Ruhe.

 

Fotos:
Friedrich II. mit den Windspielen Alcmène und Hasenfuß, Johann Gottfried Schadow, Entwurf 1821–1822, Guss von 1906, Bronze; Alte Nationalgalerie, Berlin. public domain-Lizenz

„Die Tafelrunde in Sanssouci“, Adolph Menzel, 1850. Im Vordergrund ein Windspiel des Königs. public domain-Lizenz

 

 

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Hunde-Zitate & Gedichte · Allgemein
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