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Jul 5, 2022
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Impfen von Hunden – notwendige Impfungen, Impfschema, Nebenwirkungen

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Das regelmäßige Impfen von Hunden ist wichtig, um die Tiere und ihr Umfeld vor gefährlichen Infektionskrankheiten zu schützen. Doch welche Impfungen braucht ein Hund wirklich und vor allem wie oft?

Die Diskussionen über die Sinnhaftigkeit und Häufigkeit der einzelnen Impfungen für Hunde bricht nicht ab, weil Impfungen auch Nebenwirkungen haben können. Darum haben wir hier für alle Hundehalter aktuelle wissenschaftliche Empfehlungen zum Impfen von Hunden zusammengestellt, damit sie zum Wohle Ihres Hundes eine sinnvolle Entscheidung treffen können.

Wer empfiehlt die notwendigen Impfungen für Hunde?

Die notwendigen Impfungen für Hunde und die Empfehlungen zum Impfschema werden in Deutschland vom Arbeitskreis kleine Haustiere der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (STIKo Vet) festgelegt. Die Fachkommission setzt sich aus Wissenschaftlern von Universitäten und praktizierenden Tierärzten zusammen. Da sich die gesundheitliche Gefahrenlage für unsere Tiere ständig ändert, passt die Impfkommission die Leitlinien regelmäßig den aktuellen Gegebenheiten an. Interessant ist, dass die Empfehlungen teilweise von denen der Pharmahersteller abweichen.

Auch die WSAVA (World Small Animal Veterinary Association), der Weltverband der Kleintierärzte, hat Leitlinien zur Orientierung aufgestellt. Beide Gremien sind inzwischen von den früher üblichen, sehr umfangreichen jährlichen Wiederholungsimpfungen weitgehend abgerückt.

Deutscher Schäferhund - Impfen

Das regelmäßige Impfen von Hunden ist wichtig, um die Tiere und ihr Umfeld vor gefährlichen Infektionskrankheiten zu schützen.

Welche Impfungen braucht ein Hund?

Core-Impfungen für Hunde

Welche Impfungen ein Hund braucht, ist in der „Leitlinie zur Impfung von Kleintieren“ der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (STIKo Vet) festgelegt. Zu den Core-Impfungen für Hunde gehören Immunisierungen gegen

  • Parvovirose,
  • Staupe und
  • Leptospirose.

Sie bilden die Basis und werden für alle Hunde empfohlen, da sämtliche Tiere gegen diese gefährlichen Erkrankungen geschützt sein müssen. Nur wenn die breite Masse der Tiere geimpft ist, kann es gelingen, diese Erkrankungen einzudämmen. Dennoch sollten die Tiere nicht blindlings geimpft werden, sondern die wirklich notwendigen Impfungen nach dem unten folgenden Impfschema oder nach individueller Festlegung erhalten.

Non-Core-Impfungen für Hunde

Daneben gibt es Non-Core-Impfungen, die der behandelnde Tierarzt in Absprache mit dem Hundehalter(in) nach individueller Gefährdungslage festlegt. Dabei spielen neben der regionalen Situation auch das Alter des Hundes und die Haltungsbedingungen eine Rolle.

Zu diesen Non-Core-Impfungen für Hunde zählen derzeit Impfungen gegen

  • Tollwut,
  • Hepatitis contagiosa canis und Infektionen mit dem Caninen Adenovirus 2,
  • Bordetella bronchiseptica,
  • Canines Herpesvirus,
  • Canines Parainfluenzavirus,
  • Dermatophytosen,
  • Leishmaniose und
  • Lyme-Borreliose.

Bei den Non-Core-Impfungen muss man noch einmal unterscheiden in Impfungen, die unter bestimmten Bedingungen sinnvoll sind und Impfungen, die nur in Ausnahmesituationen gegeben werden sollten. Einige Beispiele zur Verdeutlichung:

Impfen vom Hund

Welche Impfungen ein Hund braucht, ist in der „Leitlinie zur Impfung von Kleintieren“ der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (STIKo Vet) festgelegt.

Ein Hund, der mit seinen Besitzern ins Ausland fährt oder Hundeveranstaltungen besucht, muss eine Tollwutimpfung erhalten. Bei einem Tier, das praktisch nur zu Hause in tollwutfreier Umgebung weilt, ist sie nicht unbedingt nötig.

Ein alter Hund kann von mehreren Impfungen teilweise ausgenommen werden, da er einerseits durch die mehrfachen Wiederholungen bereits einen lebenslangen Schutz aufgebaut hat, andererseits vielleicht durch ernste Vorerkrankungen eine Impfung nicht mehr verträgt.

Auch das Auslaufgebiet spielt eine Rolle. Eine große Hundewiese mit vielen Hunden in der Großstadt bringt mehr Ansteckungsgefahren mit sich als ein Feldrain auf dem Lande. Mehrere Hunde bei einem Halter erhöhen das Risiko einer Ansteckung im Vergleich zur Einzelhaltung ebenso.

Sprechen Sie bitte mit Ihrem Tierarzt(in)! Sie können gemeinsam beraten, was für Ihr Tier am besten ist.

Impfschema für Hunde

Das folgende Impfschema für Hunde orientiert sich an den Empfehlungen der Leitlinien der STIKo Vet.

Core-Impfungen
Für alle Hunde notwendig!
Non-Core-Impfungen
Unter einigen Bedingungen empfohlen.
Non-Core-Impfungen
Ausnahmsweise empfohlen.
Leptospirose Bordetella Dermatophytosen
Parvovirose Hepatitis (HCC) Herpesvirus
Staupe Parainfluenza Leishmaniose
Tollwut Lyme-Borreliose

Frühimmunisierung

Das Mindestalter für eine Frühimmunisierung von Welpen ist vom Impfstoff abhängig. Sie ist nur für besonders gefährdete Welpen gedacht!

  • ab 3 Wochen: Bordetella, Parainfluenza
  • ab 4 Wochen: Parvovirose, Staupe

Grundimmunisierung

Die Grundimmunisierung der Welpen findet in den ersten beiden Lebensjahren statt. Empfohlen werden  folgende Impfungen:

  • 8  Lebenswochen: Parvovirose, Staupe, Leptospirose
  • 12 Lebenswochen: Parvovirose, Staupe, Leptospirose
  • 16 Lebenswochen: Parvovirose, Staupe
  • 15 Lebensmonate: Parvovirose, Staupe, Leptospirose

Impfschema – Non-Core-Impfungen

  • 6 bis 12 Lebenswochen: Dermatophytosen
  • 8 Lebenswochen: Bordetella, Hepatitis, Parainfluenza (Zwingerhusten)
  • 12 Lebenswochen: Hepatitis, Tollwut
  • 16 Lebenswochen: Tollwut
  • 6 Lebensmonate: Leishmaniose
  • 15 Lebensmonate: Bordetella, Parainfluenza, Tollwut

Maternale Antikörper werden vom Muttertier an die Welpen weitergegeben, um diese zu schützen. Allerdings können diese die Impfung wirkungslos machen oder zumindest abschwächen, sofern der Welpe zum Zeitpunkt der Impfung noch zu viele davon in sich trägt. Die Antikörper der Mutter können den Impfstoff neutralisieren. Da man den Antikörperspiegel des Welpen in der Regel nicht kennt, ist es nach Meinung der Impfkommission sinnvoll, im fraglichen Zeitraum mehrere Impfungen zu verabreichen, um den optimalen Zeitpunkt zu treffen und einen guten Schutz aufzubauen.

Siberian Husky

Welpen bekommen Maternale Antikörper. Diese können die Impfung wirkungslos machen oder zumindest abschwächen

Sind die Welpen allerdings schon 16 Wochen oder älter, dürften sie normalerweise keine maternalen Antikörper mehr in sich haben. Deswegen genügt dann eine einmalige Impfung bei Verwendung von Lebendimpfstoffen oder eine zweimalige Impfung bei inaktivierten Impfstoffen, die man im Abstand von 3–4 Wochen verabreichen lässt. Bei beiden Schemata ist eine weitere Impfung nach einem Jahr zum Abschluss der Grundimmunisierung wichtig.

Wiederholungsimpfungen: Wann muss was geimpft werden?

Im Laufe der Zeit schwächt sich der Impfschutz ab, sodass  nach Meinung der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin für einige der Impfungen Wiederholungsimpfungen nötig sind. Die WSAVA empfiehlt dringend, den Antikörperspiegel zu testen, um einerseits Welpen herauszufinden, die nach der Impfung keine Immunreaktion zeigen, bei denen die Impfung also wirkungslos ist, und andererseits unnötige Widerholungsimpfungen zu vermeiden.

Wirksame Impfungen für Hunde sind ein Segen, können aber auch schwere Nebenwirkungen haben. Daher empfehlen wir Haltern von Liebhaberhunden genau wie die WSAVA, nach Möglichkeit den Antikörper-Titer für die einzelnen Impfungen bei Ihrem Tierarzt bestimmen zu lassen und nur dann zu impfen, wenn es nötig ist. Einige der Impfungen wirken über Jahre. Andere müssen dennoch regelmäßig wiederholt werden, um ihre Wirkung zu entfalten.

Hier in Kurzfassung die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin:

Leptospirose-Impfung (Core)

Nach der Grundimmunisierung sind jährliche Wiederholungsimpfung ratsam. Dabei sollte man den Impfstoff neben den Serogruppen Canicola und Icterohaemorrhagiae um weitere Gruppen wie Grippotyphosa und Australis (Australis) erweitern.

Parvovirose-Impfung (Core)

Ein wirksamer Schutz gegen die gefährliche Parvovirose kann nur aufgebaut werden, wenn keine maternalen Antikörper mehr im Welpen vorhanden sind. Da die meisten Welpen nicht auf Antikörper untersucht werden, sollte man mit Hilfe mehrerer Impfungen im Welpenalter versuchen, den optimalen Zeitpunkt für eine Immunisierung zu treffen. Sobald ein wirksamer Impfschutz aufgebaut wurde, sind kaum mehr Wiederholungen nötig. Ob das auf Ihren Hund zutrifft, zeigt eine Antikörper-Bestimmung.

Zuchthündinnen benötigen eventuell vor dem Belegen eine Wiederholungsimpfung.

Staupe-Impfung (Core)

Bei der Staupe-Impfung geht man so vor wie bei der Parvovirus-Impfung: Nach der Grundimmunisierung wiederholt man die Staupe-Impfung nur dann, wenn nicht mehr genügend Staupe-Antikörper im Blut des Hundes nachgewiesen werden können.

Zuchthündinnen, die viele maternale Antikörper weitergeben sollen, brauchen eventuell eine Auffrischung.

Impfen vom Hund

Im Laufe der Zeit schwächt sich der Impfschutz ab, sodass  für einige der Impfungen Wiederholungsimpfungen nötig sind.

 Tollwut-Impfung (Non-Core, aber unter Umständen notwendig)

Derzeit gilt Deutschland als tollwutfrei, sodass flächendeckende Impfungen nicht mehr nötig sind. Allerdings benötigt der Hund eine Tollwutimpfung bei Fahrten ins Ausland und bei Hundeveranstaltungen wie Hundeausstellungen, Hundesport, Welpenspielgruppen, Hundeschulen oder Aufenthalt in der Tierpension.

Die Ständige Impfkommission erachtet eine umfangreiche Grundimmunisierung aus drei Impfungen im Alter von 12 und 16 Wochen sowie 15 Lebensmonaten als ideal. Damit wäre es wahrscheinlicher, dass die Tiere einen für Reisen in Endemiegebiete erforderlichen Titer von 0,5 IE/ml aufweisen. Diese Empfehlungen übersteigen die gesetzlichen Anforderungen der Tollwutverordnung.

Einen großen Vorteil haben gegen Tollwut geimpfte Tiere, wenn sie tatsächlich einmal mit einem am Tollwut erkrankten oder zumindest verdächtigen Tier in Kontakt kommen sollten. Dann dürfen sie zu Hause beobachtet werden, während ungeimpfte Tiere bei Kontakt mit tollwütigen Tieren getötet und bei Kontakt mit verdächtigen Tieren in Quarantäne verbracht werden. Angesichts der geringen Möglichkeit eines solchen Kontakts zählt die Tollwut-Impfung inzwischen nicht mehr zu den Core-Impfungen.

Wer aus oben genannten Gründen eine Tollwutimpfung des Hundes nachweisen muss, der sollte auf den richtigen Impfstoff achten. Nicht alle Impfstoffe sind im Ausland anerkannt. Eine Liste finden Sie auf der oben schon mehrfach verlinkten Webseite. Die Intervalle der Wiederholungsimpfungen gegen Tollwut richten sich nach dem Angaben der Herstellers des Impfstoffs und liegen zwischen 1 – 3 Jahren.

Was den Tollwut-Antikörper-Titer betrifft, wird er oft – nicht immer-  auch nach nur ein oder zwei Grundimmunisierungen gegen Tollwut erreicht. Wer zu häufige Impfungen vermeiden möchte, der könnte den Antikörper-Titerspiegel im Falle einer geplanten Reise vom Tierarzt prüfen und durch Nachimpfung ggf. anheben lassen. Natürlich geht bis zum Aufbau des gewünschten Titers Zeit verloren, die man nicht immer hat. Bitte besprechen Sie sich in einem solchen Fall mit Ihrem Tierarzt.

Hepatitis-Impfung (Non-Core)

Hepatitis contagiosa canis (HCC) stellt durch langjährige, flächendeckende Impfungen inzwischen keine ernsthafte Gefahr mehr für westeuropäischen Hunde dar. Allerdings ist die Krankheit noch nicht ausgerottet, weshalb man auch nicht komplett auf diese Impfung verzichten kann.

Man sollte das Tier nach Gefährdungslage impfen lassen. Bei Urlaub in Osteuropa oder in Drittstaaten mit dem Hund ist die Impfung auf jeden Fall sinnvoll. Auch auf internationalen Hundeveranstaltungen ist die Gefahrenlage höher.

Lyme-Borreliose-Impfung (Non-Core)

Gegen Lyme-Borreliose sollten Hunde in allen Gebieten geimpft werden, in denen Zecken des Borrelia burgdorferi sensu lato Komplexes verbreitet sind. Leider breitet sich diese Zeckenart in den Busch- und Waldgebieten Deutschlands immer weiter aus.

Die Impfung gegen Lyme-Borreliose lässt man am besten im zeitigen Frühjahr vornehmen und wiederholt jährlich.

Daten zur Identifizierung des Hundes

Daten zur Identifizierung des Hundes im Heimtierausweis

Bordetella-Impfung (Non-Core)

Gegen Bordetella sollte nur bei direkter Infektionsgefahr wie zum Beispiel auf Hundeveranstaltungen und bei Aufenthalten in der Tierpension oder im Tierheim geimpft werden.

Achtung, es handelt sich um einen Lebendimpfstoff! Tiere, die antibakteriell oder immunsuppressiv behandelt werden, dürfen nicht damit geimpft werden. Da die Tiere über einige Wochen auch Teile des Impfstoffs ausscheiden, müssen immunsuppressive Menschen den Kontakt mit ihnen meiden.

Nach jeweils einem Jahr ist eine Wiederholungsimpfung nötig.

Canine-Herpesvirus-Impfung (Non-Core)

Impfungen gegen Herpesvirus-Infektionen sind in Zuchtbeständen sinnvoll, besonders wenn nachweislich Probleme durch Herpes wie Welpensterblichkeit oder Aborte aufgetreten sind. Auch bei erhöhtem Risiko durch den Besuch von Hundeveranstaltungen ist eine Herpes-Impfung anzuraten.

Geimpft werden die Hündinnen entweder während der Läufigkeit oder 7-10 Tage nach der Befruchtung, zudem 1 – 2 Wochen vor dem vermutlichen Geburtstermin. Dadurch lässt sich die Schwere der Infektionsfolgen für Welpen geimpfter Mütter reduzieren.

Parainfluenza-Impfungen (Non-Core)

Gegen Parainfluenza lässt man nur bei entsprechender Gefahrenlage impfen. Konkret sind das Hundeschulen, Hundeveranstaltungen und Tierpensionen.

Ab der 3. Woche kann mit einzelnen Impfstoffen gegen Parainfluenza geimpft werden.

Dermaphytosen-Impfung (Non-Core)

Es gibt verschiedene Impfstoffe, die teilweise Trichophyton-, Microsporum- und Nannizzia-Pilzstämme oder nur Microsporum-Stämme enthalten. Zuerst sollte eine klassische antimikotische Therapie der Pilze und Zoonoseerreger erfolgen. Nur wenn diese nicht anschlägt oder die Infektion immer wiederkehrt, ist eine Impfung sinnvoll.

Die Immunität beträgt 9 bis 12 Monate nach einer zweifachen Impfung auf wechselnden Körperseiten im Abstand von 2 bis 3 Wochen.

Leishmaniose-Impfung (Non-Core)

Leishmaniose wird vor allem in den südeuropäischen Ländern durch Sandmücken übertragen. Wer mit dem Hund in Italien, Spanien, Kroatien, Frankreich, Griechenland und ähnlichen Ländern Urlaub macht, sollte den Vierbeiner vorab gegen Leishmaniose  impfen lassen.

Die Grundimmunisierung ist ab einem Alter von 6 Monaten möglich. Sie muss jährlich wiederholt werden.

Impfrichtlinie des WSAVA

Die WSAVA, der Weltverband der Kleintierärzte, rät dringend dazu, Impfungen auf das Nötigste zu beschränken.

Hier die neusten Empfehlungen auf einen Blick:

1. Alle Welpen sollen mit 14 bis 16 Wochen die letzte Welpenimpfung gegen Staupe, Hepatitis, Parvo erhalten. SHP werden als Core-Impfungen für alle Hunde empfohlen.

2. Eine weitere SHP Impfung nach einem Jahr ist angeraten. Allerdings wäre sie nicht immer nötig, da bereits 98% der Tiere durch die erste Impfung geschützt sind. Mit der Wiederholungsimpfung schützt man nur die Tiere, bei denen durch die Welpenimpfung kein ausreichender Schutz aufgebaut wurde.

Ob die Wiederholung nötig ist, verrät bei Bedarf ein Titertest. Dafür kommen neue Tests auf den Markt, Zum Beispiel VacciCheck von Biogal Laboratories und TiterCheck von Zoetis. Beide können sofort vom Tierarzt und ohne Labor durchgeführt werden.

3. Gegen SHP sollte nicht öfter als alle drei Jahre geimpft werden, aber auch diese Wiederholung ist kein Muss. Die Tiere haben durch die Grundimmunisierung oder spätestens durch die Auffrischung nach einem Jahr häufig einen lebenslangen Schutz erworben. Auch hier hilft im Zweifel ein Antikörper-Titertest, den der Tierarzt beim jährlichen Gesundheitscheck durchführen kann.

4. Gegen Leptospirose sollte nur in gefährdeten Gebieten geimpft werden.

5. Tollwut soll je nach Gefahrenlage im Land verabreicht werden – oder eben auch nicht.

6. Zwingerhusten ist laut WSAVA eine leichte Erkrankung. Eine Impfung dagegen wäre nur sinnvoll, wenn das Tier in engem Kontakt zu anderen Hunden steht.

Labrador - Impfen

Trotz aller Gefahren sind Impfungen nötig.

Nebenwirkungen von Impfungen bei Hunden

Impfungen enthalten oft gefährliche und hochgiftige Zusatzstoffe in Form von Metallen, darunter Quecksilber- und Aluminiumverbindungen, die im Körper der Hunde dramatische Auswirkungen haben können. Doch auch die Vakzine selbst und andere Zusätze können das Immunsystem beeinträchtigen und Vorgänge im Körper nachhaltig stören.

In leichten Fällen leiden die Welpen oder erwachsenen Hunde nach der Impfung unter Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, evt. Durchfall, Erbrechen und leichtem Fieber. Am Tag der Impfung und einige Tage danach sollte man die Impflinge deshalb körperlich nicht belasten, auf Sport, lange Spaziergänge und Reisen verzichten. Schmerzhaft sind sogenannte Impfabszesse. All diese Symptome verschwinden allerdings meist ohne Spätfolgen.

In die sofortige tierärztliche Behandlung gehören schwere Atemnot, starke Schwellungen im Gesicht des Tieres und im schlimmsten Fall ein lebensbedrohlicher anaphylaktischer Schock. Sehr gefährlich ist auch die Staupevirusenzephalitis, die leider oft tödlich endet.

Als Spätfolgen nach dem Impfen von Hunden können Schilddrüsenerkrankungen, die Neigung zu Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Hautprobleme, Wesensveränderungen (Ängstlichkeit, Schreckhaftigkeit) und dauerhafte Nervenschäden beim Hund auftreten. Diese Erkrankungen werden oft gar nicht mit der Impfung in Zusammenhang gebracht, beeinflussen das Tier aber ein Leben lang.

Was kann man tun, um das Risiko zu verringern?

Trotz aller Gefahren sind Impfungen nötig. Einzelne Impfungen sind verträglicher als 6- oder 7-fach-Impfungen. Fragen Sie beim Tierarzt danach. Lassen Sie vor dem nächsten Wiederholungstermin den Antikörper-Titer bestimmen, um Ihrem Hund unnötige Impfungen zu ersparen.

Viele Homöopathen empfehlen Thuja D30 eine Stunde vor und nach der Impfung zur Vermeidung von Impfschäden. Unerwünschte Metalle lassen sich in gewissem Umfang mit siliziumhaltigen Zeolithpulver im Körper binden und ausleiten. Das kann man in  feuchtem oder flüssigem Futter geben. Studien zeigen ein gutes Gedeihen und eine erhöhte Widerstandsfähigkeit bei Nutztieren, die regelmäßig Zeolith zum Futter bekamen.

Literatur zum Impfen von Hunden

Fazit zum Impfen von Hunden

Die Leitlinien der deutschen Impfkommission sind schon ein Fortschritt im Vergleich zur bisherigen Impfpraxis. Da Impfungen aber auch starke Nebenwirkungen und im schlimmsten Falle Spätfolgen haben können, sollte beim Impfen von Hunden der Grundsatz gelten: So viel wie nötig und so wenig wie möglich! Richten Sie sich auch nach dem Alter und Zustand Ihres Hundes. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem (vertrauenswürdigen) Tierarzt, welche Gefahrenlage in Ihrem Wohngebiet herrscht und ob überhaupt alle üblichen Impfungen notwendig sind. Ein Hund beim Züchter, der  auf Ausstellungen und beim Sport viel mit anderen Tieren in Kontakt kommt, befindet sich in einer anderen Gefährdungssituation als ein Familienhund mit kleinem „Wirkungskreis“. Wenn der Hund während des Urlaubs in einer Tierpension bleiben soll, sollte man sich rechtzeitig nach den Gepflogenheiten erkundigen.

Die Empfehlungen des Weltverbandes der Tierärzte gewährleisten einen sicheren Impfschutz, ohne das Immunsystem der Tiere zu überfordern und die Hunde immer wieder gefährlichen Wiederholungen auszusetzen. Mögliche negative Folgen von Impfungen sind dadurch zwar nicht völlig ausgeschlossen, aber das Nutzen-Risiko-Verhältnis scheint akzeptabel.

Weiterhin empfehlen wir allen Hundehaltern, sich vorab über die Verträglichkeit des vom Tierarzt verwendeten Impfstoffs zu erkundigen. Dazu ist das Internet eine gute Quelle, um Erfahrungen anderer Hundebesitzer zu recherchieren.

Falls Sie unseren Artikel über das Impfen von Hunden nützlich finden, teilen Sie ihn bitte mit anderen Hundebesitzern!

Fotos:

Impfen eines Welpen © Keechuan | Dreamstime.com
Impfen vom
Deutschen Schäferhund © Chernetskaya | Dreamstime.com
Impfen vom Hund © Kukotaekaterina | Dreamstime.com
Siberian Husky mit Welpen, will30, Pixabay
Hund impfen © Chernetskaya | Dreamstime.com
Heimtierausweis, Sciencia58Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
Labrador – Impfen © Seventyfourimages | Dreamstime.com

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Gesundheit
Hundefreundliche Ferienwohnungen in Holland

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