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Jun 12, 2022
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Sheltie – Shetland Sheepdog

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Der Shetland Sheepdog, kurz Sheltie genannt, ist eine kleine Hütehunde-Rasse, die von den schottischen Shetlandinseln stammt. Ursprünglich wurde sie zum Hüten von Schafen gezüchtet und wird auch heute noch zu Hütezwecken eingesetzt. Vorwiegend sind Shelties aber beliebte Haus- und Begleithunde geworden, die sich in Familien mit Kindern wohlfühlen. Wer sich einen Shetland Sheepdog kauft, sollte ausführliche Spaziergänge und im Idealfall auch Hundesport mit dem agilen Tier einplanen.

Sheltie – Steckbrief

  • Höhe: 35,5 – 37 cm (maximal +/-2,5 cm Toleranz)
  • Lebenserwartung: 11 bis 15 Jahre
  • Haltung: Wohnung oder Haus mit Garten
  • Bewegungsbedarf: groß
  • Verwendung: Familienhund, Hütehund, Assistenzhund, Rettungshund
  • Für Kinder geeignet: ja
  • „Einmann-Hund“: nein
  • FCI-Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde, Sektion Schäferhunde
Sheltie

Shelties mögen ausführliche Spaziergänge.

Geschichte der Rasse

Shetland Sheepdogs sind eine Kreuzung aus Border Collies und nordischen, spitzartigen Hunden, welche die Walfänger mit auf die Shetlandinseln brachten. Wahrscheinlich war auch ein brauner Spaniel an der Entstehung der Rasse beteiligt. Später wurde der Collie zur Verbesserung der Hüteeigenschaften eingekreuzt, was die Ähnlichkeit der beiden Rassen erklärt.

Die Kleinbauern, denen die Rasse ihre Anfänge verdankt, wollten einen wendigen, ausdauernden Hund, der die Schafherde in einem bestimmten Gebiet zusammenhalten konnte. Da die Familien finanziell meist nicht auf Rosen gebettet waren, wurden kleine Hunde bevorzugt, deren Haltung deutlich günstiger war. Da Überfälle von Bären und anderen großen Raubtieren nicht zu befürchten waren, genügte ein kleiner Hund ihren Ansprüchen vollkommen.

Teilweise arbeiteten die Tiere vollkommen selbstständig. Durch die Beteiligung der diversen Rassen waren die Hüteeigenschaften der ersten Shelties allerdings keineswegs perfekt. Also kreuzte man den Collie ein, dessen hervorragende Hütefähigkeiten bereits züchterisch gefestigt waren.

Der Collie brachte neben guten Gebrauchseigenschaften auch viel von seinem Erscheinungsbild ein. Die Shelties wurden nach diesen Einkreuzungen zwar einheitlicher im Typ, allerdings auch größer. Die Größenschwankungen sind deshalb bis heute noch ein züchterisches Problem.

Der Shetland Collie Club wurde 1909 in Lerwick von Züchtern gegründet, die einen Miniatur-Collie schaffen wollten. Dieser Plan stieß bei den Colliezüchtern wegen des uneinheitlichen Typs der neuen Rasse keineswegs auf Gegenliebe. So ließ die Anerkennung des Shelties durch den britischen Kennel Club auch bis 1914 auf sich warten. Um weitere Spannungen mit den Colliezüchtern zu vermeiden, einigte man sich schließlich auf den Namen Shetland Sheepdog. Später erkannten auch der American Kennel Club und die FCI die Rasse offiziell an.

Obwohl die Rasse dank gezielter Zucht zunehmend mehr Aufmerksamkeit bekam, wurde sie nie so beliebt wie der größere Collie, den man schon früh wegen seines attraktiven Aussehens kaufte und auch schnell als Showhund entdeckte. Dafür konnten sich Shelties noch viel von ihrer Ursprünglichkeit erhalten.

Sheltie und Border Collie

Der Shetland Sheepdog ist eine Kreuzung aus Border Collies und nordischen, spitzartigen Hunden.

Erscheinungsbild des Shetland Sheepdog

Körper und Gangwerk

Der Shetland Sheepdog ist ein kleiner, langhaariger Hund, der für seine Schönheit und sein anmutiges, effizientes Gangwerk bekannt ist. Sein Körperbau ist gut proportioniert und ausgewogen. Er darf nie grob oder plump wirken. Eine angemessene Halslänge ermöglicht eine schöne Oberlinie und eine stolze Haltung des Kopfes.

Kopf und Ohren

Auf dem keilförmigen Kopf sitzen kleine Ohren, die an der Spitze heruntergeklappt sind. Der Kopf sollte im passenden Verhältnis zum Körper stehen. Der Gesichtsausdruck des Shetland Sheepdogs lässt sich am besten als lieblich beschreiben.

Fell und Farben

Shelties haben ein dichtes, doppeltes Fell mit hartem, glatten und langem Deckhaar und dichter kurzer Unterwolle. Es soll die eleganten Außenlinien unterstreichen. Nur im Gesicht, auf der Vorderseite der Vorderläufe und unterhalb der Sprunggelenke ist das Haar glatt und kurz. Im Gegensatz zum Collie sind kurzhaarige Shelties nicht erwünscht.

Shelties gibt es in zahlreichen Farbvarianten, die sich zusätzlich durch Schattierungen und kleine Abzeichen unterscheiden.

  • Zobelfarben: Reinfarben oder in Schattierungen von Gold bis Mahagoni, Schattierungen sind kräftigen erwünscht. Wolfsfarbe und Grau werden nicht toleriert
  • Dreifarbig: Tiefschwarzer Körper mit satten, lohfarbenen Abzeichen.
  • Blue Merle: Klares Silber-Blau mit schwarzen Sprenkeln und Marmorierung. Satte, lohfarbene Abzeichen sind ideal, dürfen aber auch fehlen. Große schwarze Mäntel und Flächen möchte man ebenso wenig sehen wie einen schieferfarbenen oder rostfarbenen Anflug. Blau muss insgesamt dominieren.
  • Schwarz Weiss und Schwarz mit Loh erlaubt der FCI-Standard ebenfalls.

Mit Ausnahme der Schwarz mit Loh-Fellvariante sind auch weiße Abzeichen zum Beispiel als Blesse, an der Halskrause, Brust, Rutenspitze oder Läufen erlaubt. Allerding sollten am Körper keine weißen Flecken erkennbar sein.

Shelties - Fellfarben

Die Rasse gibt es in zahlreichen Farbvarianten und Schattierungen.

Wesen und Charakter des Shelties

Shelties sind intelligent, loyal und wollen ihren Besitzern gefallen. Sie eignen sich hervorragend als Haustiere für Familien mit Kindern, brauchen aber tägliche Bewegung und viel geistige Anregung durch Spiele und Hundesport.

Nervosität, Aggressivität und übermäßige Ängstlichkeit gelten laut Rassestandard als große Fehler. Doch bei mangelnder Auslastung helfen auch die besten Gene nichts. Ein gelangweilter, frustrierter Hund bellt zu viel, stellt allerlei Unsinn an und wird letztlich aus lauter Energie-Überschuss auch nervös und unkonzentriert.

Shetland Sheepdogs verhalten sich Fremden gegenüber reserviert und sind deshalb auch gute Wachhunde. Wer sich dem Grundstück nähert, wird zuverlässig verbellt.

Erziehung

Shelties sind mit einer hohen Auffassungsgabe ausgestattet und lernen daher schnell und eifrig. Sie wollen aber auch sinnvoll beschäftigt werden. Am besten beginnt man schon im Welpenalter mit variantenreichen Spielen. Zusätzlich sollte der kleine Sheltie-Welpe auch erste Kommandos und das ABC des guten Verhaltens in der Welpenspielstunde erlernen.

Generell sind Shelties leicht erziehbar und auch für Anfänger geeignet. Die Erziehung beginnt man auf spielerische Weise so früh wie möglich. Mit Lob und positiver Verstärkung kommt man auch bei dieser cleveren kleinen Rasse am besten zum Ziel. Die lebhaften Tiere haben eine sanfte Seite und reagieren auf überharte Erziehungsmethoden sehr sensibel.

Dass ein Shetland Sheepdog die Kinder oder auch Erwachsenen einer Familie mitunter wie Schafe hüten will, kann recht lustig sein, allerdings sollte man das unterbinden, wenn man nicht gezwickt werden will. Da helfen ein konsequentes Verbot und Ablenkung durch Hundesport.

Sheltie Welpen

Die Erziehung von Shelties beginnt man am besten auf spielerische Weise so früh wie möglich.

Arbeit und Hundesport

Ab dem Jugendalter sind Begleithund-Kurse und diverse Hundesportarten wie Dog Dancing, Obedience, Agility, Mantrailing, Dogfrisbee oder eine Hütehund-Ausbildung zu empfehlen. Shelties sind immer mit Begeisterung bei der Sache und zeigen viel Talent. Selbst als Rettungs- und Therapiehunde sind sie bei entsprechender Ausbildung geeignet.

Haltung des Shelties

Ein Shetland Sheepdog fühlt sich in einem Haus mit Garten ebenso wohl wie in einer ausreichend großen Wohnung, solange man seinem Bewegungsdrang nachkommt. Er sollte nicht den ganzen Tag über alleingelassen werden und gehört auch nicht in einen Zwinger.

Pflege

Das lange, schlichte Haar des Shelties wird je nach Haaranlage zwischen ein- und dreimal pro Woche gründlich gebürstet und gekämmt. Dabei achtet man besonders auf Stellen, die leicht zum Verfilzen neigen, wie die Zonen hinter den Ohren und unter den Achseln sowie die Befederung der Läufe. Eine Drahtbürste mit gebogenen Zinken und ein Kamm genügen zur Pflege des verhältnismäßig harten, geraden Haares.

Während des zweimal pro Jahr stattfindenden Haarwechsels muss der Sheltie täglich von überschüssiger Unterwolle und abgestorbenem Haar befreit werden. Unterlässt man das, wirkt er ungepflegt, juckt sich und verfilzt im schlimmsten Fall.

Sheltie im Garten

Die Rasse hat eine üppige Behaarung. Dennoch ist die Pflege nicht allzu aufwändig.

Rassespezifische Erkrankungen beim Sheltie

Insgesamt gesehen zählt der Shetland Sheepdog zu den selteneren Patienten beim Tierarzt. Dennoch gibt es einige Gesundheitsprobleme, die erwähnt werden müssen. Einige Erkrankungen lassen sich züchterisch beeinflussen. Bei anderen, wie der Hüftdysplasie, kann man auch als Besitzer mit ausgewogener Ernährung und einem angemessenen Maß an Bewegung vorbeugen.

Neben der schon erwähnten Hüftdysplasie neigen Shelties häufiger an Dermatomyositis. Diese genetisch bedingte Erkrankung tritt ausschließlich bei Welpen und Junghunden auf und führt zu vermutlich autoimmun bedingten Entzündungen, Pusteln und Geschwüren auf der Haut, insbesondere im Gesicht, am Schwanz und an den Knochenvorsprüngen der Gliedmaßen. In manchen Fällen kommt es auch zu Muskelschwäche und Muskelschwund, was besonders bei der Kaumuskulatur ein schwieriges Problem ist. Auch Blutgefäße können betroffen sein. Da die Krankheit familiär gehäuft auftritt, sind Merkmalsträger und Vererber von der Zucht auszuschließen.

Viele Shelties und verwandte Rassen wie Collie und Bobtail haben einen MDR1-Gendefekt. Dadurch vertragen sie Antiparasiten-Mittel mit dem Wirkstoff Ivermectin nicht. Sie zittern, leiden unter Benommenheit und können im schlimmsten Fall sogar sterben. Man sollte diese Mittel einfach meiden und am besten auch einen großen Bogen um Pferdeäpfel machen. Pferde werden nämlich häufig damit entwurmt und scheiden das Gift aus. Wer sichergehen will, kann beim Tierarzt einen Gentest durchführen lassen.

Vertreter dieser Rasse können auch an der Collie Eye Anomaly und progressiven Retina-Atrophie (PRA) erkranken. Die beiden erblichen Augenerkrankungen können zur Erblindung führen.

Weiterhin bekannt sind die von-Willebrand Disease (genetisch bedingte Blutkrankheit), Epilepsie und Schilddrüsenunterfunktion.

Für wen ist die Rasse geeignet?

Der kleine Schotte ist ein Arbeitshund im Kleinformat und daher nicht für Leute geeignet, die nur ein hübsches Hundchen suchen, um es dekorativ ins Kissen zu drapieren. Ein Sheltie braucht aktive Besitzer, die mit ihm ausführlich spazieren oder joggen gehen und im Optimalfall arbeiten oder Hundesport betreiben.

Sheltie Welpen

Sheltie Welpen von kontrollierten Züchtern bekommt man bei einem der Shetland-Sheepdog-Klubs des VDH.

Wo kauft man einen Sheltie?

Einen Sheltie-Welpen kauft man am besten bei einem im VDH organisierten Züchter. Dort finden Interessenten kontrollierte Züchter, deren Hunde Gesundheitstests und eine Zuchtprüfung absolvieren müssen, bevor sie zur Zucht eingesetzt werden dürfen.

Im VDH sind derzeit drei Vereine für die Betreuung der Sheltie-Züchter verantwortlich:

Shetland Sheepdog Club Deutschland e.V.

https://www.sscd-ev.com/

Club für Britische Hütehunde e.V.

https://www.cfbrh.de/

Shetland Sheepdog Interessengemeinschaft e.V.

https://sheltie-ig.dogcloud.de/

Dort bekommt man Sheltie-Welpen, gelegentlich aber auch erwachsene Tiere und Notfälle.

Selbstverständlich gibt es auch Züchter in anderen Vereinen, die verantwortungsvolle Sheltie-Zucht betreiben. Allerdings verfügen nur wenige über die breite genetische Basis der VDH-Vereine und auch die ausgebildeten Zuchtwarte, die über die Einhaltung der strengen Zuchtregeln wachen, sind nicht überall üblich.

Sheltie -Bücher

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Collies, Sheltie & Co.
  • Henrich, Gabriela (Autor)

 

Fotos:
Shetland Sheepdog, Mr_niceshoot, Pixabay
Shetland Sheepdog, Mr_niceshoot, Pixabay
Shetland Sheepdog und Boder Collie, bogitw, Pixabay
Shelties im Wald, brunkehh, Pixabay
Welpen, JACLOU-DL, Pixabay
Shetland Sheepdog, Linn Stokke, Pixabay
Shetland Sheepdog Welpe, JackieLou DL, Pixabay

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Hunderassen
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