Viele hundefreundliche Ferienhäuser an der Ostsee
Mai 13, 2016
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Warum neigen Hunde oft den Kopf, wenn man sie anspricht?

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Neigt Ihr Hund auch seinen Kopf zur Seite, wenn Sie mit ihm sprechen? Diese liebenswerte Geste haben viele Hundebesitzer schon beobachtet. Hundefilme machen sich den Effekt bewusst zunutze. Da sitzt dann der Hauptdarsteller, ein entzückendes Hundchen, neigt „im Gespräch“ verständig seinen Kopf und gibt zur Krönung noch ein paar bestätigende Beller von sich. Die perfekte Unterhaltung. Was im Fernsehen übertrieben dargestellt wird, hat wahrscheinlich mehrere Ursachen.
Psychologie-Professor Stanley Coren, Autor zahlreicher Hundebücher und aus dem Fernsehen bekannt, beobachtete dieses Verhalten bei seinem Beagle Darby. Immer wenn Corensein Abendbrot zubereitete und in der Küche mit Darby erzählte, neigte der Beagle seinen Kopf. Andere Hundebesitzer berichteten ihm das Gleiche von ihren Hunden. Da Coren schon lange im Bereich sinnliche Wahrnehmung forscht, war seine Neugier geweckt und er beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen Zu Beginn seiner Untersuchung stellte er fest, dass es zwar schon mehrere Hypothesen über dieses Verhalten von Hunden gab, aber keine überzeugte ihn vollständig.

Besser hören

Einige Forschervermuteten, dass Hunde durch die veränderte Ohrhaltung besser zuhören können. Abwegig ist das nicht, denn durch eine flexible Stellung der Ohrmuscheln können Hunde den Geräuschquellen tatsächlich fokussierter folgen. Aber ist das auf so kurzer Entfernung überhaupt nötig, wo der Hund doch über ein sehr feines Gehör verfügt? Allerdings laufen solche Vorgänge unabhängig von der Entfernung automatisch ab, was die Annahme unterstützen würde.

Gute Stimmung erzeugen

Andere Verhaltensforscher kamen zu dem Ergebnis, dass es sich um erlerntes Verhalten handeln könnte. Hunde würden bemerken, dass ihre Geste bei uns Freude und eine positive Stimmung erzeugen. Was also liegtnäher, als sie ständig zu wiederholen und Frauchen damit in Hochstimmung zu versetzen? Das würde allerdings voraussetzen, dass Hunde in unserem Gesicht lesen können. Genau das bestätigt eine Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Die Forscher fanden heraus, dass Hunde eindeutig zwischen fröhlichen und zornigen Gesichtern unterscheiden können. Zu ähnlichen Ergebnisse kam die Universität Lincoln, die herausfand, dass Hunde Emotionen erkennen können.

Freie Sicht

Coren haben beide Überlegungen nicht vollständig überzeugt. Er vermutete, dass Hunde durch das Neigen des Kopfes einen besseren Blickwinkel auf ihr Gegenüber bekommen. Nur sowärensiein der Lage, an ihrer Schnauze vorbei zu sehen und den unteren Gesichtsteil eines Menschen gut zu erkennen. Gerade im Mundbereich werden unsere Stimmungen deutlich. Das erleichtert es den Hunden, die Botschaft ihres Besitzers zu verstehen und darauf zu reagieren. Probieren Sie es einmal selbst aus: Halten Sie sich eine geballte Faust so vor die Nase, dass sie als Verlängerung wie eine Hundeschnauze wirkt. Sie werden sehen, dass Sie eben nicht mehr alles sehen können, speziell im unteren Bereich.

Nun folgte der Beweis: Stanley Coren startete eine kurze Umfrage und erhielt von fast 600 Besitzern verschiedener Hunderassen eine Antwort. Das Ergebnis: Besitzer von Hunden mit langen Schnauzen wie Retriever und Beagle gaben wesentlich häufiger an, dass ihr Hund regelmäßig den Kopf neigt, als Besitzer von Rassen mit verkürzten Schnauzen wie zum Beispiel Möpse,Pekingesen und Boston Terrier. Damit stand fest, dass die Länge der Schnauzeeine erhebliche Rolle spielt. Aber auch 52% der Eigentümer von Hunden mit kurzer Nasen hatte dieses Verhalten bei ihrem Hund häufig beobachtet. Mit anderen Worten: Auch kurze Schnauzen können die Sicht auf den unteren Teil unseres Gesichts behindern.

Coren sah seine Vermutung bestätigt. Er konnte aber auch nicht ausschließen, dass Hunde auf diese Weise besser hören können oder gute Stimmung erzeugen und sah seine Umfrage als ersten Schritt, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

Seine Untersuchung liefert uns jedenfalls überraschende neue Erkenntnisse über das Verhalten unserer Hunde. Falls Sie das auch interessant finden, teilen Sie den Artikel bitte mit Freunden!

 

© Foto: pixa-kems auf Pixabay, Lizenz CC0 Public Domain

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